Fototrends 2014 – Abspecken für’s Business…

September 20, 2014 | By | 5 Comments

OLYMPUS DIGITAL CAMERAauf der Suche nach Meilensteinen bzw wegweisenden Trends der Fotobranche gehört der Besuch der diesjährigen Photokina für marktorientierte Photo-Blogger schon zum Pflichtprogramm. Für mich ist es sowieso ein Heimspiel, da mein Presseausweis mich zum Besuch aller Messetage berechtigt, lässt sich die zur Verfügung stehende Zeit gut einteilen, brauche kein Hotel usw.

Als Presse-Besucher wird man sowohl von Ausstellern alsauch von Besuchern schon häufiger angesprochen, meine Business Card im Presseausweis, als getragenes Werbedisplay aus dem 500er Set eines Online-Print Dienstleisters, schafft Blickkontakte und Dialogbereitschaft. Mit einem Besucher kam ich kurz und durchaus aufschlussreich ins Gespräch: er fragte mich, ob ich ihm sehenswerte Highlights der Photokina benennen könnte, die den (verwöhnten) Fotofreund wiklich vom Hocker reissen;-) Es kommt immer auf das persönliche Bedürfnis an und hängt selbstverständlich von den Ansprüchen und Interessen ab.

Er erzählte mir, dass vor vielen Jahren ein verirrter Autofahrer während der Photokina auf der fieberhaften Suche nach einem Parkplatz den Weg ins Messegelände gefunden und auf einer Treppe für eine unfreiwillige Showeinlage gesorgt hatte. Es ging glimpflich aus, das ist schom mal gut. Es muss wohl ausgesehen haben, wie in einem Italo-Spassfilm der 70iger Jahre, wurde der Treppen Offroader spontan zum begehrten, authentischem Fotoobjekt, falls man eine reaktionsschnelle Digicam griffbereit hatte;-)

Ich weiss aus eigener Erfahrung, dass bei spontanen, spektakulären Ereignissen mit Seltenheitswert die Kamera nie dabei ist oder selbst die einst teure Kamera, da wo es essentiell darauf ankommt, in der Reaktionsgeschwindigkeit so schnell ist wie die Salatschnecke auf der Autobahn;-)

Topjobs ohne Ballast, Bitte!

ein Aspekt der Benutzerfreundlichkeit wird in Zukunft immer bedeutsamer, mit wieviel Masse, mit wieviel Gewicht z.B. ein Online-Foto-Redakteur oder ein Doku-Filmemacher während seiner Touren belastet sein möchte. Die für mich schon übergewichtigen Kamera-Boliden nebtst kapitalen Objektiven gehören zwar immer noch zur Prestige Class, die handlichen Pedants der videotauglichen System Cams und die durchaus alltagstauglichen, wetterfesten Pocketcameras machen den SLR Boliden zunehmend Konkurrenz! Es ist m.E. nur noch eine Frage der Zeit, wann die digitalen Boliden in Anlehnung an die Analog Ära von innovativen, handlichen Leichtgewichten mit hohem Leistungsspektrum abgelöst werden. Ein Highlight der Photokina, die Pocket Cinema Camera für das Super 16 mm Format von www.blackmagicdesign.com markiert eine Wende im Film – und letztendlich auch im Fotobusiness, wie leistungsfähige Werkzeuge quasi im Hosentaschen Format z.B. den ein oder anderen öffentlich-rechtlichen Ü-Wagen bezüglich Wirtschaftlichkeit erst recht in Frage stellen oder eine umfangreiche Foto-Kamera Ausrüstung selbst für kritische Outdoor Einsätze zukünftig obsolet wird, weil kompakte (All in One) Solutions anspruchsvolle Jobs gleichsam realisieren können, wie das klassische, mitunter schweisstreibende Profi-Equipment;-)

Time is Money!

spannende Momente festzuhalten, also die gewissen Just-In Time Shots, sind für Kreative und Foto-Redakteure ohne Zweifel gesuchte Motive, die mit innovativen, kompakten Leichtgewichten stressfrei realisiert sein wollen. Der Faktor Zeit, also die Zeitersparnis bei der Bildbearbeitung, spielt im digitalen Workflow speziell für Semiprofessionals mit viel kreativem Input eine immer grösser werdende Rolle. Mit raffinierten Camera-Apps kann z.B. ein flinkes, anspruchsvolles Fotokunst Projekt on Demand realisiert werden, wenn Passanten mittels Handbeamer zu einer beeindruckenden, wenn auch temporären Kunstgalerie spontan eingeladen werden sollen. Kleine Bildbearbeitungs-Apps, die neben dem Spassfaktor einen hohen kreativen Nutzen bieten und zudem Zeit einsparen, sind elementare Features, die nicht nur in einem Photohandy, sondern vor allen Dingen in einer höher wertigen Pocketcamera nicht mehr fehlen darf. Im Sektor der klassischen Bildbearbeitungssoftware für Desktop PCs ist die Tauglichkeit für den mitunter harten, mobilen Einsatz bezüglich schneller, überzeugender Bildergebnisse imho ein gewichtiges Verkaufsargument, im heiss umkämpften Software Markt neue Kunden zu gewinnen. Gerade die von eingefleischten Profis belächelten Instand Solutions können für anspruchsvolle Fotoprojekte mittels handlicher Slimbooks oder Tablets schneller zum Ziel führen und den digitalen Workflow bis zum qualitativen Druckerzeugnis beschleunigen. Sinnvolle Camera-Apps sowie Desktop Software mit hochwertien Instand Funktionen können somit durchaus profitabel sein, wenn die Zeit für mehrere Jobs unter Termindruck reicht und die Bildergebnisse nicht auf der Strecke bleiben.

Fazit: weniger Hardware Ballast bedeutet speziell bei Outdoor Jobs ein mehr an künstlerischer (Bewegungs)Freiheit, ein angenehmes Kribbeln inklusive, wenn die Software zuverlässig und flüssig gute Bildergebnisse wie aus dem Hut zaubert, wo noch genügend Zeit für relaxte Momente bleibt.

die Miniaturisierung ist im Fotobusiness nicht mehr aufzuhalten und Geschwindigkeit mehr denn je die Trumpfkarte im mitunter gnadenlosen Wettbewerb! Für die Kamera – und Softwareindustrie können angesichts einer gefühlten Marktsättigung dennoch langfristig profitable Absatzmärkte entstehen, wenn sie wissen, wie kreative Bedürfnisse semiprofessioneller Kunden auch abseits der eingefleischten Fotozunft befriedigt werden können.

passend zum Trendreport erscheint in Kürze ein Software Review in diesem Blogmagazin: die aktuelle Bildbearbeitungssoftware PhotoDirector vom Hersteller Cyberlink, die kleine Demo auf dem Messestand macht Lust, die aktuelle Version 6 ausgiebig zu testen…

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Category: Magazin, Software, Termine, Trends

Rheinlaender

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#Korruption ist die Pest des 21, Jahrhunderts

Comments (5)

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  1. Martina sagt:

    mein smartphone ist mein treuer Wegbegleiter für unkomplizierte fotos, mein Freund leiht sich mein Handy für Bilddokumentationen immer öfters aus und lässt seine pocket camera auf dem Schreibtisch liegen. Ein Fachverkäufer meinte, daß die kleinen Digitalkameras von den smartphones langfristig verdrängt werden. Das würde bedeuten, der Kameramarkt hält für seine Kundschaft nur noch die teure Profi Klasse mit komplizierter Bedienung bereit und die breite Masse Gelegenheitsknipser darf sich in Zukunft mit fototauglichen Handys begnügen, die zwar schöne fotos machen, für höchste Ansprüche jedoch bleibt nur die Wahl der Profikameras??

  2. Antje Huber sagt:

    ich glaube nicht an eine Verdrängung von digitalen Kleinkameras durch Smartphones und Iphones. Die kleinen Kameras bieten doch mehr für anspruchsvolle Knipser als mobile Fototelefone. Markenhersteller verbauen in der Mittelklasse bessere Objektive, haben eine bessere Bedienung und Möglichkeiten der künstlerischen Bildmanipulation durch Apps bieten einige Hersteller für Pocket Cameras mittlerweile auch an. Der Kameramarkt wird eher noch vielfältiger und leider unübersichtlicher.

  3. Joe F. sagt:

    Liebe Leutz,

    die fette Spiegelreflex und das fette Objektivzubehör wird nicht wegen der verbreitung von Taschenkameras und iphones verdrängt werden. die Profis oder solche die sich dafür halten wollen wat in der Hand haben, man will auch auffallen,he,he 😉 ich geb Dir aber recht Rheinländer, daß die Miniaturisierung nicht mehr aufzuhalten ist. mirkönnte auch eine Minidslr wie die kleine Minox gefallen, dann aber als zweitkamera. mit iphones und co kann ich mich net so recht anfreunden 😉

  4. Rheinlaender Rheinlaender sagt:

    da meine Kameras schon sehr betagt sind, auch im Hinblick der Reaktionsgeschwindigkeit für den spannenden Moment im Bruchteil einer Sekunde, komme ich um eine neue, leistungsfähige Cam wahrscheinlich nicht mehr herum. Klein und solide verarbeitet muss sie sein, mit Features gegen widrige Lichtverhältnisse ausgestattet, die u.U. die lästige Nachbearbeitung entbehrlich macht. Ich würde auf jeden Fall eine unkomplizierte Pocketcamera als robuste Reisekamera einem iPhone vorziehen, Hauptsache ich habe unverhofft eine gute Kamera zur Hand, die sich als treuer Wegbegleiter bewährt und nicht bei längeren Touren als Ballast empfunden wird;-)

  5. czoczo sagt:

    Tolles Berciht!
    „weniger Hardware Ballast bedeutet speziell bei Outdoor Jobs ein mehr an künstlerischer Freiheit“
    Ich gebe Dir volkommen Recht . Inzwischen habe ich selbst erkannt das Tragen das ganze Zeug mit sich Hilft meine „Bildausbeuter“ überhaupt nicht . Es ist Nur störend nicht nur bei dem bewegung . Nach meine Photokina besuch habe ich viele Interessante Kameras gesehen die b meine Interesse gewegt haben . Leider so eine Komplete System Wechsel verbunden ist mit einem Risigen verlust … die man auch Kalkulieren sollte .
    Allerdings ich kan mir Gut vorstellen das Neulinge die gerade das Fotografieren erlernt haben werden sich nicht lange überlegen müssen . Die kleinen oder Spiegelosen Kameras sind inzwischen genau so Gut wie DSLR … Bridgkameras sind Biliger und hängen dicht hinterher …und Iphons und Smartphones …machengenau die Bilder die heut zu ttage gefragt werden . Die meisten jugendlichen brauchen keine Fotoaparate mehr . Für diese Generation reicht es volkommen ein Smartphon mit dem man nicht nur Photos macht aber auch Music hören kann und sogar Telefonieren . Für die Foto industrie kommen sehr schwere Zeiten die mman durch miniaturiezierung nicht Aufhalten wird …das glaube ich nicht .

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