die optimale Digicam für Blogger

März 19, 2012 | By | 2 Comments

wieviel Pixel braucht ein normaler (Hobby)Fotograf? Vor wenigen Jahren haben sich Blogger, Fotografen und Webdesigner mit dieser Frage beschäftigt, herausgekommen ist eine sog. 6 Megapixel Initiative mit dem Ergebnis, dass diese Auflösung für die meisten Anwendungen mehr als genug ist, braucht man wirklich mehr?

Aktuelle Billigkameras warten mittlerweile mit 14 Megapixel auf, teilweise mit extremen Zoomobjektiven, denn „Mega“ ist in, ob die jeweilige Digicam den Qualitätsansprüchen dennoch gerecht wird, ist wieder eine andere Frage;-) Ich habe vor einigen Jahren beim Fotohändler ein Stadtmotiv als beindruckendes Fotoposter in ca DIN A2 gesehen, das von einer Digitalkamera mit nur 5 Megapixel ausgegeben wurde, scharf und ohne erkennbares Bildrauschen. Das Rauschverhalten und die Problematik von Blooming-Effekten war und ist auch heute für die Hersteller namhafter Kameramarken eine besondere Herausforderung, mir fällt es jedenfalls schwer zu glauben, dass aktuelle 12, 14 oder 16 Megapixel Kameras mit ihren teilweise sehr kompakten Abmessungen, in denen (aus Kostengründen) winzige Bildsensoren verbaut sind, das Rauschproblem allgemein und insbesondere im Bereich der Available Light Fotografie heute voll im Griff haben! Denke, da ist der Einsatz einer mehr oder weniger starken, internen Rauschfilterung schon obligatorisch, damit die Bilder auf den Abzügen nicht wie Streuselkuchen aussehen, nur wieviele (bildwichtige) Details gehen durch eine vielleicht radikale Rauschfilterung am Schluss verloren?

Fotoenthusiasten, die auf handwerkliche Feineinstellungen ihrer Proficam nicht verzichten können oder wollen, bekommen von der Industrie noch mehr Pixelreserven aufgebrummt, 24 Megapixel für eine kleine Systemkamera und das bisher wahrscheinlich höchste der Gefühle ist eine digitale Spiegelreflexkamera mit 36 Megapixel Auflösung, die dem analogen Mittelformat Konkurrenz machen soll, wohin geht die Reise, auch in Bezug zur Online Welt?

die aktuellen Modelle der Kamera-Industrie können mich durch die Bank nicht überzeugen, 1) brauche ich hohe Auflösungen über 10 Megapixel definitiv nicht 2) sind Digicams von heute zum Teil mit Features überfrachtet, die selten oder überhaupt nicht benötigt werden 3) wie in anderen Blogs zu lesen ist, wird dem Kunden zu oft zugemutet, die Firmware seiner Kamera zwecks Fehlerbereinigung zu aktualisieren, wo bleibt da die Endkontrolle? Die Kamera-Industrie sollte ihren Megapixel Wahnsinn grundlegend überdenken, aber mit meinen Anregungen befinde ich mich eher auf dem Pfad eines Ketzers, oder doch nicht?

Zeit zum Umdenken: wer als Kreativer, Redakteur bzw Blogger, seine Bilder in der Hauptsache für Online Publikationen einsetzt, wird i.d.R. die niedrigen Pixelauflösungen seiner Digicam wählen, warum bietet die Industrie nicht gleich entsprechende Lösungen für die Bedürfnisse einer wachsenden Zielgruppe an? Mein Wunschkandidat wäre eine 3 Megapixel Kamera im Design der legendären Olympus E 100, die mit einer sehr guten Ergonomie überzeugen kann und im eleganten Schwarz das Zeug zu einem Liebhabermodell hat;-) Die zur Jahrtausendwende eingeführte E 100 mit nur 1,3 Megapixel war speziell für Internet – und Multimediaanwendungen gedacht, dafür laut Hersteller rasend schnell in der Signalverarbeitung. Das ursprüngliche Konzept verdient eine Renaissance:

a) die optimale Digicam für Blogger besitzt einen entsprechend grossen Bildsensor von nur 3 Megapixel, dafür sind die Fotoaufnahmen bis ISO 1600 nahezu rauschfrei und feine Details gehen bei evtl Rauschfilterung nicht verloren!

b) ein hochwertiges, integriertes Zoomobjektiv von 28 – 300 mm Brennweite, mit Blenden von 2,8 – 3.5, wo der Telebereich ohne schwammige Bildergebnisse diesmal „bis zum Anschlag“ genutzt werden kann und kleinst möglicher Blendenöffnung von 12 für volumige Tiefenschärfe bei Weitwinkelaufnahmen für Landschaften, dazu befindet sich am Objektiv ein Filtergewinde, denn der Einsatz eines UV – oder Polfilters ist manchmal sinnvoll.

c) eine hochwertige Digitalkamera, das muss kein Luxusmodell sein, zeichnet sich durch ein perfektes Zusammenspiel ihrer wertigen Komponenten aus, nur wenn Objektiv, Bildsensor, die integrierte Hard – und Firmware perfekt aufeinander abgestimmt sind, überzeugen die Bildergebnisse, eine fehlerhafte oder sogar minderwertig verbaute Komponente degradiert als schwächstes Glied der Kette eine ansonsten hochwertige Digitalkamera zum untauglichen Billigheimer;-) auch die bei aktuellen Kameras immer wiederkehrenden Probleme mit Blooming -Effekten (das sind unschöne helle – bzw Farbsaumkanten an harten, meist dunklen Konturen) sind auf fehlerhafte Bauteile zurückzuführen.

d) ein 3 Megapixel Bildsensor ist für einen Prozessor der neueren Generation keine Herausforderung mehr, so dürfte der Autofokus und die anschliessende Signalverarbeitung z.B. bei Photoshootings mit Models die Nerven des Fotografen schonen;-)

e) was man an Bedienelementen und Funktionen braucht, hängt imho von den Vorlieben des Fotografen ab, ich schätze neben einer einfach und effektiv zu bedienenden Belichtungskorrektur auch Motivprogramme, wenn sie denn zuverlässig sind. Manche Kameras warten mittlerweile mit einer Armada an Motivprogrammen auf, nicht alle Helferlein sind sinnvoll oder funktionieren zuverlässig. Ein ausgereifter Portraitmodus, der mögliche Rot – bzw Magentastiche bei Hauttönen auch in schwierigen Aufnahmesituationen elliminiert und ein HDR Modus mit Einstellungen für traumhaft surreal anmutende Landschaften betrachte ich als sinnvolle Features, auch der Zeitersparnis wegen gegenüber der anschliessenden Bildbearbeitung am Rechner;-)

f) hochauflösendes, schwenkbares Display mit korrekter Farbdarstellung, und wo die Aufnahmen auch bei Sonnenschein ohne Probleme zu sehen sind.

g) die Kamera soll insgesamt solide verarbeitet sein, ein wackeliger Deckel zum Batteriefach, der den Eindruck hinterlässt, als würde er nach wenigen Batteriewechseln abbrechen, hat in einer Markenkamera nichts zu suchen!

h) Stromfresser ade! ein gutes Energiemanagement sollten aktuelle Digicams mittlerweile im Griff haben, bei den kompakten Modellen scheint der Lithium Ionen Akku zu dominieren, ich persönlich finde es besser, wenn das Akku/Batteriefach auch zur Not mal Einweg-Batterien aufnehmen kann;-)

i) wer häufig Fotoaufnahmen im Studio macht und den „entfesselten“ Blitz bevorzugt, für den ist der Blitzschuh auf der Kamera schon ein „Must Have“, ansonsten finde ich ein zusteckbares Blitzgerät für kompakte Digicams schon recht unhandlich! Handlicher dagegen ist, wenn sich auf dem Blitzschuh bequem ein Funkauslöser aufsetzen lässt, der die Studioblitzanlage drahtlos auslöst, das hat zudem auch den Vorteil der „entfesselten“ Bewegung des Fotografen!

Fazit: im Markt fehlt imho eine hochwertige „Low Pixel“ Kamera, die im Schwerpunkt für Online Publikationen konzipiert ist, deren Dynamik – und Rauschverhalten dafür exzellent sind, für natürliche Innenraumaufnahmen macht es durchaus Sinn, wenn der Blitz gar nicht benötigt wird, weil die hohen ISO Werte diesmal voll nutzbar sind! Bilder von einer 3 Megapixel Kamera haben zudem noch genug Reserven für Ausschnitssvergrösserungen (Crop Funktion) und eignen sich für kleine Druckprojekte oder für künstlerische Fotocollagen in grösseren Formaten;-)

aus der Sicht der Kamerahersteller mag die Wiedereinführung einer wertigen „Low Pixel Cam“ unverkäuflich sein, für Blogger, die z.B. häufig Bilderreportagen produzieren, könnte sich solch eine Kamera schnell als nützliches Werkzeug erweisen, wo sinnvolle Funktionen den digitalen Workflow beschleunigen und der Einsatz als Zweitkamera für Online Publikationen ökonomisch sinnvoll ist;-)

 

 

 

 

 

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Rheinlaender

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Korruption ist die Pest des 21. Jahrhunderts

Comments (2)

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  1. Vanessa sagt:

    Hi Jürgen,

    passt ja gut, die E100 hab ich damals zum Abi geschenkt bekommen und setze sie auch heute noch für meine Party Pics ein. Die Geschwindigkeit dieser Cam, naja, damals waren die Hersteller noch nicht soweit. ist für mich die „Kleine Schwarze“ liegt sehr gut in hand nur der Monitor ist mickrig und für die Bildbeurteilung kaum geeignet, die Bilder müssen hinterher oft nachbearbeitet werden.

    dennoch, ich finde die Kamera chic und robust ist sie auch, ich schliesse mich auch hier deiner Empfehlung an: eine Webkamera, die das macht was ich will und knackige Bilder schiesst, steht auch auf meinem Wunschzettel, der Megapixel Wahnsinn ist was für Männer, die die Brüste und Popos hübscher Damen sich als Riesenposter übers Bett nageln wollen 😉

    LG

    Vanessa

  2. Rheinlaender Rheinlaender sagt:

    lol, jetzt weiss ich, wofür Megapixel Kameras mit XXL Auflösungen gebraucht werden 😀

    wie ich sehe, besteht auch bei Dir Bedarf nach einem Update einer Digicam, die perfekte Bilder ohne (lästige) Nachbearbeitung für Online Publikationen schiesst bzw dafür konzipiert ist!

    Freundliche Grüsse

    Jürgen.

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