Google – ein (un)freiwilliges Monopol

April 12, 2016 | By

der Suchmaschinenmarktführer hat unter dem neu gegründeten Konzerndach Alphabet quasi keine ernstzunehmenden Mitbewerber mehr, Ixquick’s aktuelle Startpage ist im Grunde genommen ein vernachlässigbarer Google Clone, Yahoo droht der Ausverkauf und Bing ist nicht mein Ding. Google hat in den letzten Jahren gravierende „Optimierungen“ zugunsten der Festigung der Marktposition durchgeführt, zumal das mobile Internet das bisher unangefochtene Revier des Marktführers ist, dessen Marktanteil in Deutschland zumindest gefühlt bei nahezu 100% liegen dürfte. Das Google Imperium hat sich allerdings nicht nur Freunde gemacht, die akribischen Massnahmen gegen Mindercontents und berüchtigte MfA Spammer verlieren mittlerweile immer mehr an Glaubwürdigkeit, denn Google unternimmt alle Anstrengungen, eine vernünftige Linkkultur zu verhindern, wer als Nischenanbieter nach oben will, muss ein fürstliches Budget einplanen, um in der elitären Loge bezüglich konstanter Sichtbarkeit aufgenommen zu werden.

ein Artikel vom 08.Februar.2013 markiert ein „freiwilliges“ Suchmaschinenmonopol, wo allerdings eine Balance zwischen Content-Lieferanten und dem marktführenden Aggregator noch vorhanden war.

Google gegen den Rest der Welt

Google ist ohne Zweifel der Magnat im Vergleich zu anderen Suchmaschinen, vielleicht ist die Bezeichnung Suchmaschinchen für den ein oder anderen Konkurrenten angebrachter, liegen Yahoo und Bing zumindest in Germany weit abgeschlagen hinter dem „Alleskönner“ Google. Man ist geneigt, dieser Weltmarke den Status eines hohen Priesters zu verleihen, suchst du Antworten auf das, was dich bewegt, frag‘ einfach Gott oder Google;-)

die Eine für Alles Suchmaschine gilt mittlerweile als Monopolist, Facebook erwähne ich in diesem Blogartikel nur am Rande, und hat Kartellbehoerden in den USA und Europa auf den Plan gerufen, sich mit der Nr. 1 der Suchmaschinen intensiver zu beschäftigen. Google konnte meines Wissens eine gigantische Kartellrechtsklage in den USA noch rechtzeitig abwenden, die EU Kommission hatte Google dazu aufgefordert, Vorschläge zur Eindämmung der eigenen Monopolstruktur zu unterbreiten und eine Frist bis Ende Januar gesetzt, die der Magnat bis zum letzten Moment eingehalten hat, jedenfalls was der Presse zu entnehmen ist. Der Vorwurf gleicht dem Anschuldigungskatalog gegenüber anderen Monopolisten und spektakulärer Gerichtsverfahren: Google nutze seine marktbeherrschende Stellung im Markt schamlos aus und benachteilige Wettbewerber und auch Marktteilnehmer innerhalb des Google Imperiums in unzulässiger Weise, arbeitet Google bereits daran bei beliebten Money-Keys zukünftig seine eigenen Produkte und Dienstleistungen so prominent zu platzieren, dass z.B. Portale, die mit spezialisierten Suchergebnissen und Einahmequellen von Werbeflaechen auf Top Platzierungen angewiesen sind, demnach zweite, dritte oder gar keine Wahl mehr bei der Selektion von relevanten Suchergebnissen sind;-)

meine vielleicht unorthodoxe Meinung bezüglich Google: mir gehen eher diese Schmutzfinken auf den Geist, die alle Tricksereien drauf haben, die beliebteste Suchmaschine bei relevanten  Suchbegriffen als Schrottplatz zu missbrauchen und wo ich den Verdacht habe, dass wenn ein dreister Spammer aus dem Index rausfliegt, der Nächste im Rotationsverfahren nachrückt, wo die Suchmaschine permanent mit mehreren Spammer Networks zu kämpfen hat! Dennoch, Google ist genau betrachtet, eine ganz normale Website und gigantische Datenbank und kann im gesetzlichen und völkerrechtlichen Rahmen das weltumspannende Projekt so betreiben, wie es der Suchmaschine gefällt;-) Ich möchte nun auch nicht missverstanden werden, Google als Opfer regelwütiger Bürokraten in Schutz zu nehmen, aber haben wir uns User und Webseiten Betreiber die Vormachtstellung handverlesener Giganten nicht selber zuzuschreiben? Google und auch Zuckerberg’s Imperium haben es immer gut verstanden,  ihre grossen Fangemeinden als kostenlose Werbeläufer für sich arbeiten zu lassen, ein in meinen Augen schon übertriebener SEO-Kult zugunsten Google hat seit den Anfängen sehr gute Kurator Effekte gehabt, den Aufstieg von der simplen Suma zum Big Player unter Mitwirkung einer globalen SEO-Industrie zu realisieren und Facebook profitiert vom besten Minibanner aller Zeiten, dem spartanischen Like-Button, was beweist, wie eine weit verzweigte Branding Kampagne auf freiwilliger Basis für einen noch jungen Internetkonzern perfekt funktioniert;-)

Das umstrittene Leistungsschutzrecht ist in meinen Augen ein falscher Ansatz, den vielleicht grössten Werbevermarkter im WWW in seine Schranken zu weisen, es gleicht schon eher einer Kriegserklärung gegen das freie, offene Internet, ich bin doch sehr erstaunt, dass Google bereits für kleinste Presse Häppchen aus der Nachrichtenwelt (kräftig) zur Kasse gebeten werden soll, ist die gesetzlich geregelte Zitatfunktion mit (interaktiver) Quellenangabe obsolet geworden?  Mehr dazu unter:

Leistungsschutzrecht im Bundestag

es ist für mich ein Akt der Dummheit, an der bisher friedlichen Koexistenz zwischen „Aggregator“ und Verlagen zu rütteln, „ich gebe Dir ein paar wertige Häppchen und Du verlinkst auf meine Quelle“ ist doch eine schöne Win Win Situation, die sich seit Jahren bewährt hat;-) Falls Google den ein oder anderen gebührenpflichtigen Contentlieferanten aus dem Index entfernt, folgt dann eine weitere Klagewelle wegen Nichtbeachtung prominenter Nachrichtendienste, wo der Vorwurf der Monopolisierung einen neuen Level erreicht, weil Google in Zukunft eigene Nachrichtendienste implementiert? „Willst Du Geld von Gottes Gnaden, wirst Du Deiner eigenen Reputation schaden“, der grosse Gong ist eingeläutet, das Kräftemessen zwischen Mediengiganten und die Schlacht um fette Marktanteile ist in eine neue Runde gegangen;-)

Fazit: Google ist insofern clever, weil deren Betreiber es vermocht haben, ihren Top Brand unter Beteiligung einer freiwilligen Armee von Werbeläufern zum Kult Status zu etablieren, ich möcht‘ schon sagen, nahezu felsenfest. Google tut allerdings gut daran, ihre Souveränität für die Zukunft nicht aufs Spiel zu setzen und die Finger davon zu lassen, seriöse Mitbewerber innerhalb ihrer Plattform aus Gründen einer zügellosen Gewinnmaximierungsstrategie tatsächlich ökonomisch zu benachteiligen, es droht dann nicht nur ein juristisches Tauziehen, sondern auch ein Verlust der bisher unangefochtenen Meisterschaft!

Ausblick:

Google ist bisher als Big Data Player alternativlos, die Marktmacht im Suchmaschinensektor ist einer Freiwilligkeit ihrer Nutzer zu verdanken, denn die Me Too Lösungen der Mitbewerber sind keine ernstzunehmenden Alternativen. Die stetigen „Optimierungen“ zur Verbesserung der Suchergebnisse haben die Konkurrenzsituation kleiner und kleinster Marktteilnehmer im Online Business untereinander massiv verschärft, unter Bloggern regiert der Linkgeiz und Nofollow mehr denn je, zudem fördern unseriöse SEO-Berater mit der Verbreitung von Gerüchten bezüglich drohender Gefahren durch Google Penalties wegen angeblicher „Bad Neighbourhood“ Verlinkung einen übertriebenen Konkurrenzgedanken, der in Deutschland besonders ausgeprägt ist. Im Grunde genommen geben sich manche SEO-Agenturen mit der Verbreitung von Angst und Schrecken zugunsten der uneingeschränkten Abhängigkeit zum Suchmaschinenmarktführer der Lächerlichkeit preis. Die Freiwilligkeit zur Nutzung favorisierter Dienste ist jedoch nicht festzementiert, denn die Internetlandschaft ist viel zu weiträumig um vollständig von einflussnehmenden Internetkonzernen eingezäunt werden zu können. Die Wettbewerbshüter werden noch mehr denn je mit Argus Augen darauf achten müssen, dass freiwillige Monopole ihre Marktpositionen nicht dafür ausnutzen, ihre Kunden in existenziell bedrohliche und kostspielige Abhängigkeiten zu manövrieren und kreative Alternativen sowie Nischen aus der Sichtbarkeit zu verbannen.

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Category: Magazin, Recht, Websites

Rheinlaender

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nur wer gegen den Strom schwimmt, gelangt zur Quelle.

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