Preisdumping unter Berufsfotografen

März 31, 2012 | By | 1 Comment

eine Branche steht nach wie vor unter Druck und der Abwärtstrend scheint noch nicht die Talsohle erreicht zu haben: viele Berufsfotografen respektive die Portraitfotografen für das Endkundengeschäft kämpfen ums nackte Überleben, so dass ihre Dienstleistungen oft unter Wert verkauft werden und die teils dramatische Situation von Kunden schamlos ausgenutzt wird;-)

in anderen Blogartikeln wird der unaufhaltsame Niedergang des Fotografengewerbes prophezeit, ganz so dramatisch sehe ich das nicht, deshalb ist die aktuelle Problematik eine genauere Betrachtung wert!

Sicher, der Digitalkamera Boom der letzten Jahre hat gravierende Auswirkungen auf eine Branche, wo die Protagonisten dieser Berufsgruppe sich gegen Veränderungen im Markt massiv gewehrt hatten und den Wettbewerb durch das Festhalten einer, aus meiner Sicht, unsinnigen “Pflicht zum Meistertitel” überschaubar halten wollten. Kein Wunder, dass diese Lobbyisten die Liberalisierung der Handwerksordnung und den damit verbundenen Wegfall zur Meisterpflicht zum Führen eines Fotostudios bis zum Schluss torpedieren wollten;-)

die jahrelange Ignoranz diverser Meister – und Berufsfotografen gegenüber Strömungen im härter werdenden Wettbewerb und die rasante Verbreitung von (semi)professionellen Digitalkameras, haben letztendlich potentielle (End)Kunden mehr und mehr zur “Do it yourself” Methode motiviert und aus deren Sicht werden (teure) Dienstleister nicht mehr benötigt. Das Hauptproblem der teils dramatischen Einkommensverluste ist in meinen Augen die vernachlässigte Markenbildung in eigener Sache und Marketing Aktivitäten ohne wertige USP’s, um Kunden von der Professionalität der Dienstleistung zu überzeugen. Stattdessen läuft Marketing i.d.R. fast ausschliesslich über den Preis: was Kollege A und was Kollegin B können, können wir auch, nur billiger! Die Preisspirale nach unten ist imho auch hausgemacht und wer einmal in seiner Preisgestaltung “am Boden” gelandet ist, kriegt seine Preise kaum noch nach oben korrigiert;-)

Schuld am drohenden Niedergang einer Branche wird auch allzu oft den ambitionierten Hobbyfotografen gegeben, die in den Geschäftsfeldern der registrierten! Berufsfotografen mitunter erfolgreich wildern;-) dennoch gibt es Fotografen, die von ihrer Arbeit gut leben können und für die Preisdumping kein Thema ist! Vielleicht ist die Anzahl der Professionals mittlerweile handverlesen, dafür haben sie sich in der Szene als unverzichtbare Profis einen guten Namen gemacht und sie wissen, wie man als angesagte Marke und durch ökonomische Nachhaltigkeit zu den Tops der Branche gehört;-)

Fazit: veraltete Restriktionen bzw eine jahrzehnte andauernde, verstaubte Bürokratie zur Ordnung des Fotografengewerbes haben m.E. zur aktuellen Misere mit beigetragen, die (wenigen) Fotografen, die aktuell gut im Geschäft sind, verstehen sich nicht mehr als Handwerksromantiker, sondern eher als Kreative und interdisziplinäre Dienstleister, die dem potentiellen Kunden die entsprechende Lösung aus dem Hut zaubern können!

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Category: Magazin, Trends

Rheinlaender

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Korruption ist die Pest des 21. Jahrhunderts

Comments (1)

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  1. Holger Reich sagt:

    Ich verstehe mich hier nicht als Berufsfotograf, sondern präge gerne den Begriff des Fotoenthusiasten, der semiprofessionell seinem teuren Hobby frönt. Ich sehe mich nicht als Konkurrent zu den Berufsfotografen, wobei i.d.T. das Führen der Bezeichnung Fotograf noch nichts aussagt.
    Wie so oft im Leben, so ist es auch in der Fotografie: Wer sich von der Masse abhebt, der kann auch wirtschaftlich überleben – der Rest möge sich doch in die Reihen der Hobbyknipser einreihen und die Welt mit anderen Qualitäten beglücken. Das erspart ihnen selbst viel Verdruß.

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