{"id":3015,"date":"2016-04-12T12:01:03","date_gmt":"2016-04-12T12:01:03","guid":{"rendered":"http:\/\/photoposter.de\/?p=3015"},"modified":"2019-04-25T18:45:06","modified_gmt":"2019-04-25T18:45:06","slug":"kein-freibrief-fuer-domaingrabbing","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/photoposter.de\/?p=3015","title":{"rendered":"Grabbing von Domainmarken"},"content":{"rendered":"<p>Der virtuelle Supergau ist der Verlust der eigenen Domain f\u00fcr ein laufendes Projekt, nicht selbstverschuldet, sondern wegen einer &#8222;technische Panne&#8220; durch Dritte verursacht. Leider kam es in der Vergangenheit immer wieder mal vor, dass Domainnamen durch administrative Fehler gel\u00f6scht oder durch trickreiche Diebe gekapert wurden.. Zumindest k\u00f6nnen offizielle Domainmarken mit der Endung .DE direkt bei Denic zur\u00fcckgeordert werden, auch wegen des spektakul\u00e4ren Domaingrabbings vor drei Jahren bietet das deutsche Zentralregister mittlerweile eine Redemption Grace Period an, die meines Wissens den Transit Modus abgel\u00f6st hat, wo Domaininhaber ihre Webadressen glaubhaft innerhalb einer Karenzzeit gegen eine Backorder Geb\u00fchr zur\u00fcckbekommen k\u00f6nnen, falls sie nicht explizit zur L\u00f6schung per sofort oder zum Laufzeitende freigegeben wurden.<\/p>\n<p><strong>Aus diesem Anlass ein interessanter Artikel vom 03.M\u00e4rz.2013, Domaingrabber und Trittbrettfahrer lauern \u00fcberall und nutzen die Gunst des Augenblicks, jedoch nicht risikolos f\u00fcr diese Zeitgenossen<\/strong><\/p>\n<p>Online Medien und Fachkreise in Foren haben bereits dar\u00fcber berichtet, dass am vergangenen Mittwoch wegen einer \u201eTechnischen Panne\u201c eine ganze Armada an Versicherungsdomains verloren gegangen ist, darunter auch die in Deutschland sehr bekannte Domainmarke provinzial.de, durch einen Patzer eines versicherungsnahen IT-Dienstleisters gelang auch diese begehrte Webadresse in die H\u00e4nde einer \u201eGrabberbande\u201c, wo in den Schlagzeilen diverser Online News die zwielichtige Branche der Domaingrabber und Machenschaften krimineller Snapper Banden wieder in aller Munde ist;-)<\/p>\n<p>die auf .de Domainl\u00f6schungen spezialisierten \u201eDrop Catcher\u201c arbeiten mit Scripten, die gel\u00f6schte Domainnamen automatisiert abfangen, einige scheinen da besonders auf Unternehmens-Perlen spezialisiert zu sein, die den berechtigten Inhabern f\u00fcr ein \u201eL\u00f6segeld\u201c angeboten werden! Bereits am folgenden Tag, am Donnerstag konnten jedenfalls fast alle gekaperten Domains ihren unfreiwilligen \u201eKurzurlaub\u201c beenden und mit Hilfe des Zentralregisters Denic wieder f\u00fcr die urspr\u00fcnglichen Eigent\u00fcmer bzw Rechteinhaber zur\u00fcck geholt werden. Die Ger\u00fcchtek\u00fcche brodelt, es soll mind. einen Fall geben, wo ein Unternehmen bereits Geld an eine Firma mit Sitz in Griechenland gezahlt hat, damit die existenziell wichtige Domain so schnell wie m\u00f6glich wieder zur\u00fcck \u00fcbertragen wird, auch vom einem \u201eMittelsmann\u201c ist die Rede, der sich als Backorder Dienst in Not f\u00fcr die reibungslose R\u00fcckf\u00fchrung zur Verf\u00fcgung gestellt hat. Mysteri\u00f6se Geschichte, wo noch einiges im Dunkeln liegt;-)<\/p>\n<p>Ich denke aber, dass die Denic die ganze Arbeit geleistet hat, im Falle von gekaperten, projektierten! Domainnamen, angefangen von Werktiteln, hat sie imho das Recht dazu, ohne Umweg einer richterlichen Entscheidung;-)<\/p>\n<p>Link zum lesenswerten Artikel ist nicht mehr vef\u00fcgbar<\/p>\n<p>Herr B\u00f6hme unterliegt einem gewaltigen Irrtum, dass die neuen Domaininhaber pauschal Rechte zur (kommerziellen) Nutzung in Anspruch nehmen k\u00f6nnen und sich nicht strafbar machen, wenn sie Geld f\u00fcr die Retour verlangen, denn bei einer differenzierten Betrachtung kann das Grabben von Markendomains bereits selbst bei einer Forderung \u201eDomain gegen Taschengeld\u201c zum teuren Spass f\u00fcr den Grabber werden und die strafrechtlichen Konsequenzen sind auch nicht zu verachten, wenn die geprellten Domaininhaber dazu erpresst werden, jeden geforderten Preis zu akzeptieren, weil jeder Tag ohne Domain zu enormen Verlusten im Gesch\u00e4ftsverkehr f\u00fchrt;-)<\/p>\n<p>Im Falle von provinzial.de und anderer kurzfristig zweckentfremdeter Markendomains spielt die Verkehrsgeltung bzw wie intensiv Marken bzw gesch\u00e4ftliche Kennzeichen kommuniziert werden, eine grosse Rolle, die gekaperten Domains ohne Umwege zur\u00fcck zu fordern! Bei offenkundigem Domaingrabbing, also wo die gekaperte Domain zweifelsfrei auf den Rechteinhaber verifizierbar ist, hat die Denic nicht nur das Recht, sondern laut einem BGH Urteil bez\u00fcglich einer fremd besetzten Regierungsdomain \u201eim Parkverbot\u201c auch die Pflicht, offenkundige Rechteverletzungen zu korrigieren, im Falle der j\u00fcngst gesnappten\u00a0 Unternehmensdomains in einem beschleunigten Dispute Verfahren zugunsten der berechtigten Domaininhaber.<\/p>\n<p>Was als offenkundiges Domaingrabbing gilt und was nicht, da scheiden sich die Geister. Die Entscheidung dar\u00fcber, welche Domains wegen vermeintlicher Rechteverletzung im Hause Denic selbst gek\u00fcndigt werden d\u00fcrfen, \u00fcberschreitet letztendlich die Kompetenzen der Denic, die als Exekutive bei Domainstreitigkeiten aller Art ungeeignet ist, wo es bei Konflikten um begehrte Domainnamen immer auf den Einzelfall ankommt und Fingerspitzengef\u00fchl bei der Abw\u00e4gung von Kennzeichenrechten obligatorisch ist, das leisten nur versierte Richter und Markenrechtler;-)<\/p>\n<p>beim spektakul\u00e4ren Supergau, der das Kidnapping der begehrten Versicherungsdomains zur Folge hatte, war die Denic berechtigt, die geklauten Domains ohne Umwege via Gerichtsentscheide zur\u00fcck zu holen.<\/p>\n<p>Ende gut, Alles gut? Es bleibt ein \u00fcbler Nachgeschmack f\u00fcr die Domainbranche, nicht nur f\u00fcr den Handel mit Domainnamen, sondern auch f\u00fcr kleinere Portfolio Inhaber, die nach und nach vern\u00fcnftige Projekte mit Keyworddomains hochziehen und damit die Fahnen f\u00fcr eine Branche hochhalten, den halbseidenen Zeitgenossen einer zwielichtigen Domainindustrie oder Grabberindustrie? zum Trotz! Dreiste Grabber sowie andere Betrugsmaschen sorgen in der Domainbranche immer wieder f\u00fcr Negativ Schlagzeilen! Wo in Wachstumsbranchen mit seri\u00f6sen Konzepten Geld verdient wird, da treiben im Schlagschatten dieser Branchen immer wieder schmierige Gauner ihr Unwesen, die im Eifer der schnellen Kohle f\u00fcr den ein oder anderen Flurschaden verantwortlich sind! Der aktuelle Grabber Skandal zeigt aber auch die Unbedarftheit von grossen Unternehmen respektive ihrer vertraglich angebundenen\u00a0 IT-Partner im Umgang mit ihren Domainnamen, die Umsetzung einer \u201eGrace Period\u201c f\u00fcr .de Domains\u00a0 nach dem Vorbild von gTLDs zum Schutz gegen Domainverluste w\u00e4re f\u00fcr die Denic eine \u00dcberlegung wert, so wandern auch versehentlich gel\u00f6schte Domains in den Transit und k\u00f6nnen sicher zur\u00fcck geordert werden, schlecht f\u00fcr die Snapper, die gucken in die R\u00f6hre;-)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der virtuelle Supergau ist der Verlust der eigenen Domain f\u00fcr ein laufendes Projekt, nicht selbstverschuldet, sondern wegen einer &#8222;technische Panne&#8220; durch Dritte verursacht. Leider kam es in der Vergangenheit immer wieder mal vor, dass Domainnamen durch administrative Fehler gel\u00f6scht oder durch trickreiche Diebe gekapert wurden.. 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