{"id":4085,"date":"2018-05-27T00:11:07","date_gmt":"2018-05-27T00:11:07","guid":{"rendered":"http:\/\/photoposter.de\/?p=4085"},"modified":"2018-06-05T17:50:48","modified_gmt":"2018-06-05T17:50:48","slug":"dsgvo-reductio-ad-absurdum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/photoposter.de\/?p=4085","title":{"rendered":"DSGVO &#8211; Reductio ad absurdum?"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/photoposter.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/DSGVO.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-4090\" src=\"http:\/\/photoposter.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/DSGVO-300x271.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"271\" srcset=\"https:\/\/photoposter.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/DSGVO-300x271.jpg 300w, https:\/\/photoposter.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/DSGVO.jpg 615w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>normalerweise ist eine Harmonisierung des Datenschutzrechts zu begr\u00fcssen, nicht nur im europ\u00e4ischen Wirtschaftsraum. Die nun am 25.Mai.2018 g\u00fcltige Datenschutzgrundverordnung, deren sich auch Marktteilnehmer mit Firmensitz ausserhalb der EU unterordnen m\u00fcssen, sofern Dienstleistungen und Produkte innerhalb des mittlerweile zentral \u00fcberregulierten europ\u00e4ischen Wirtschaftsraums angeboten werden, erscheint kurz nach Inkrafttreten als Schreckgespenst mit weitreichenden Folgen, mit denen sich auch private Webseitenbetreiber konfrontiert sehen. Jedenfalls sind Sorgen kaum mehr zu \u00fcberh\u00f6ren, mit der Verarbeitung personenbezogener Daten, die nicht der Rechtskonformit\u00e4t der Zentralverordnung entsprechen, mit teuren Abmahnungen und hohen Bussgeldern in den wirtschaftlichen Ruin getrieben zu werden. Der Pressewirbel um die DSGVO ist auch ein quotentaugliches Mittel, die Pferde scheu zu machen, denn mit der Angst l\u00e4sst sich bekannterweise (viel) Geld verdienen.<\/p>\n<p>Gerade kleine Webseitenbetreiber sowie private Blogger f\u00fchlen sich mittlerweile gen\u00f6tigt, ihre Pr\u00e4senzen auf &#8222;off&#8220; zu schalten, wenn man diversen Meldungen von Wahrheitsmedien Glauben schenken mag. Von indirekter Zensur ist die Rede, entsorgt die Obrigkeit mit der DSGVO nebenbei unliebsame Whistleblower und reichweitenstarke Influencer. Ist die allgemeine Panikmache angemessen? Datensammelw\u00fctige Unternehmen und Institutionen, deren erweiterte Datenschutzerkl\u00e4rungen sich streng genommen als instransparent erweisen, haben allerdings allen Grund zu Sorge, kostspieligen Sanktionen ausgesetzt zu sein. Der Arbeitsaufwand notwendiger Anpassungen ist nat\u00fcrlich auch ein nicht unerheblicher Kostenfaktor, der m\u00f6glicherweise direkt oder indirekt an Kunden weitergegeben werden k\u00f6nnte. Kleinbetreibe haben allerdings aufgrund des Wettbewerbsdrucks nicht den preislichen Gestaltungsspielraum, die Kosten eines Datenschutzbeauftragten und weiterer Aufwendungen zur Einhaltung restriktiver Vorschriften an ihre Stammkundschaft weiterzugeben. Daraus k\u00f6nnte sich tats\u00e4chlich eine Wettbewerbsbenachteiligung gegen\u00fcber finanzstarken Konzernen und Holdings ergeben. Den Gestaltern und Mitwirkenden der europ\u00e4ischen Datenschutzgrundverordnung wird zudem vorgeworfen, Ausnahmen von der Anwendung restriktiver Regeln unzureichend zu definieren, wovon letztendlich die ber\u00fcchtigten Datenkraken mit Nahkampfunterst\u00fctzung der Hausanw\u00e4lte profitieren. Die DSGVO hat das Zeug, als Lobby-Instrument zugunsten Beraterfirmen und Kanzleien missbraucht zu werden, denn auch wegen der Gefahr von Abmahnwellen, die diese Mammut-Verordnung aus der Feder des EU-Apparatschiks mit sich bringt, profitiert in erster Linie eine Kl\u00fcngelwirtschaft, die mit der Angst und N\u00f6ten sich dumm und d\u00e4mlich verdient.<\/p>\n<p>Meine vorl\u00e4ufige Empfehlung an Blogger und kleine Shop-Betreiber lautet, speichert nur soviel externe Daten wie n\u00f6tig, verbannt Dienste von euren Websites, die offenkundig und ungefragt personenbezogene Daten an Dritte mitteilen. Ich setze seit Inbetriebnahme meiner zwei Blogs auch aus dem Grund der Vertrauensbildung nur Statistik-Tools ein, die Verweise zu Besuchern in meinen eigenen Datenbanken ablegen. R\u00fcckschl\u00fcsse auf Identit\u00e4ten, die sich mit gespeicherten IP-Adressen rekonstruieren lassen, kann ich mit meinen M\u00f6glichkeiten nicht ziehen, dazu fehlen mir die technischen Mittel, wie sie bei der Kripo und weiteren Ermittlungsbehoerden vorhanden sind. Bei seri\u00f6sen Kleinunternehmen und Freiberuflern \u00fcberwiegt das eigenwirtschaftliche Interesse sowieso, Kundendaten vertraulich zu behandeln und vor nicht autorisierten Zugriffen zu sch\u00fctzen. Mit der DSGVO ist auch das allgemeine Recht auf Auskunftspflicht des Verbrauchers gest\u00e4rkt, m.E. besteht f\u00fcr aufrechte Betreiber kein Grund zur Panik, die ihre Besucher nicht mit Zustimmungsklauseln f\u00fcr fragw\u00fcrdige Dienste bel\u00e4stigen m\u00fcssen. Ich halte die eingeblendeten OK Fenster schon vor Einf\u00fchrung der DSGVO f\u00fcr rechtlich sehr problematisch. Die Werbenetzwerk-Branche, die nach wie vor auf Performance Marketing setzt, wird mit der DSGVO nicht gl\u00fccklich werden, denn wenn von jedem Besucher die Erlaubnis zum Third Party Tracking explizit eingeholt werden muss, ist ein diesbez\u00fcgliches Gesch\u00e4ftsmodell der Refinanzierung von Werbung kaum noch zu realisieren. Streng genommen reicht ein Click auf den OK Button generell nicht mehr aus.<\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong> Die Anpassungen personenbezogene Daten gem\u00e4ss der Zentralverordnung rechtskonform zu \u00fcberf\u00fchren, sind je nach Aufwand ein nicht zu untersch\u00e4tzender Kostenfaktor, der die ohnehin geringen Margen vieler kleinerer Marktteilnehmer tats\u00e4chlich aufzehren kann. Einen positiven Aspekt hat die sicherlich umstrittene Datenschutzgrundverordnung dennoch zu verzeichnen, n\u00e4mlich die Chance, mit Informationsgehalt und Datensensibilit\u00e4t gegen\u00fcber Social Media Plattformen Vertrauen zu schaffen, wovon insbesondere Blogger profitieren k\u00f6nnen. Ob die Harmonisierung tats\u00e4chlich zu mehr Gerechtigkeit f\u00fchrt, steht jedenfalls in den Sternen. Falls alle Bef\u00fcrchtungen eines Desasters wahr werden, ist die DSGVO ein weiterer Schritt, die europ\u00e4ische Union dem Abw\u00e4rtstrend folgend zu destabilisieren. \u00dcberregulierung, Bevormundung sowie Absurdit\u00e4ten in der Verantwortung gew\u00e4hlter Volksvertreter und Funktion\u00e4re haben mittlerweile immer mehr EU-B\u00fcrger restlos satt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>normalerweise ist eine Harmonisierung des Datenschutzrechts zu begr\u00fcssen, nicht nur im europ\u00e4ischen Wirtschaftsraum. 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