Bad Monopoly Google – schlecht für Marken

November 20, 2019 | By

Konventionelle Markenkommunikation erfolgt bevorzugt über Massenmedien, wo ich den Eindruck nicht mehr loswerde, dass auch bei kleineren Marken die Prioritäten so gesetzt sind, möglichst viel Reichweiten innerhalb relativ kurzer Zeit zu realisieren, während erstrebenswerte Minimierungen von werblichen Streuverlusten eher keine grosse Rolle mehr spielen.

Beispielhaft, für einen Online-Shop liegt es nahe, Suchmaschinen – sowie Social-Media-Werbung für den Aufbau der eigenen Marke primär zu nutzen, unabhängig davon ob eine Eintragung ins Markenregister erfolgt oder (noch) nicht. Mittlerweile sind reichweitenstarke Werbebuchungen via derzeit angesagter Online Kanäle nicht nur sehr kostspielig geworden, die Effizienz für den Markenaufbau bleibt aufgrund einer teils perfiden Manipulation von Sichtbarkeiten sowie einer hohen Flüchtigkeit bezüglich der Verweildauer eingespielter Werbung fragwürdig.

Möglicherweise läuft das Business mit Suchmaschinenanzeigen nicht mehr rund, das würde auch erklären, warum rechtswidrige Fremdmarken Verwertung in bezahlten Suchergebnissen zum Gewohnheitsrecht verkommen ist.

Der ominöse Datensaurier Google erweist sich seit den restriktiven Anpassungen an das mobile Zeitalter als potenter Kanal für ein solides Brand Building als vollkommen ungeeignet. Der Alphabet Konzern kämpft verbissen um Marktanteile im Online Werbegeschäft. Das ufert mittlerweile so aus, dass geschützte Kennzeichen, in der Hauptsache junge Marken, vor Rufausbeutung und Verwässerung durch Dritte nicht verschont sind, wobei sich Google nicht zu schade ist, zu Markenrechtsverletzungen anzustiften. Profit um jeden Preis, der Zorn frustierter Markeninhaber sowie der Verlust an Seriosität und Glaubwürdigkeit fremdmarkenverwertender Trittbrettfahrer ist eingepreist.

Der Schriftwechsel bezüglich Markenrechtsbeschwerde ist bei dieser Bude zwecklos und mündet in eine Möbius Schleife. Das zeigt wahrhaftig das Ausmass an Arroganz und letztendlich grassierender Dummheit eines vermeintlichen Marktführers, für den Wertschätzung, Moral und fairer Wettbewerb zu Fremdwörtern geworden ist. Von rausgeworfenem Geld für Werbebuchungen ganz zu schweigen, der Abnutzungseffekt zeigt sich auch laut einer kleinen >>Umfrage

Was wäre das Internet ohne die derzeit dominierenden Big Data Konzerne? Die Frage ist einfach zu beantworten: ein globales Netzwerk mit einem ausgewogenen Wettbewerb, der mehr Kapazitäten für Innovationen frei gibt! Irgendwann rächt sich die “Winner takes it all” Strategie, denn wenn immer mehr Marktteilnehmer aufgrund schlechter Erfahrungen mit Google und Co sich von diesen marktverzerrenden Magnaten konsequent abwenden und deren Angebote schliesslich konsequent boykottieren, dann haben die boersennotierten Internetmonopole dieser Tage ein echtes, möglicherweise unüberwindbares Problem.

Dem Verdrängungswettbewerb, der hierzulande groteske Züge angenommen hat, ist nicht damit zu begegnen, indem noch mehr Geld für Serps, Likes und Followers locker gemacht wird. Entweder man weicht auf andere Kanäle aus oder erschafft Neue, die von den Walled Gardens weitestgehend unabhängig werden.  Die Entwicklung von Brand Identity und Trust funktioniert auch sehr gut auf Nischenkanälen, dazu gehören mittlerweile Blogmagazine wie dieses hier. Die Entwicklung von Nischenmarken für Kleinunternehmen sowie kleinere StartUps habe ich mir auf die Fahnen geschrieben. Der gezielte Einsatz von Ambientmedien ist eine weitere gute Möglichkeit, mehr Traffic abseits der vermeintlich obligatorischen Internetmonopole zu generieren.

Fazit: Nach meiner Erfahrung erweist sich das Google Beschwerdeformular für Markeninhaber als dreiste Mogelpackung, insbesondere für absatzorientierte Kennzeichen. Der Schriftwechsel mit Google Deutschland ist zweck – und ergebnislos. Warum in aller Welt soll ich auf meine Marke bieten, die ursprünglich gegen Verwässerung durch Dritte zu schützen ist?

Google missbraucht die marktbeherrschende Stellung, das steht fest. Im Aufbau befindliche, fremde Marken sind vor der Profitgier nicht geschützt! Besonders tragisch ist der moralische Zerfall des Alphabet Konzerns, der von Google repräsentiert wird. Der Suchmaschinenmarktführer begeht munter und ohne Skrupel eklatante Markenrechtsverletzungen in seinem Anzeigenmarkt. Das WischiWaschi Urteil des EuGH zur Rechtmässigkeit mit dem Werben von fremden Marken hat Google und nicht nur dieser Bude Narrenfreiheit verschafft. Warum kann sich Google letztendlich alles erlauben obwohl wir in der europäischen Union strenge Wettbewerbshüter haben? Glaube, die Frage habe ich mir selbst beantwortet!

Ausblick: Die sogenannten Herausforderer im Suchmaschinenmarkt sind für Google bisher keine ernstzunehmende Konkurrenten, zumal Plagiate ohne echte Innovationen kaum nennenswerte Marktanteile für sich verbuchen können. Die Ranking Maxime provoziert seit jeher Seo Spammer, die auch vor geschützten Kennzeichen nicht halt machen. Eine andere Form der Keyword Suche, die ohne Seo auskommt, wäre der Prototyp einer Domain-Suchmschine, wie dieser >> Artikel zeigt.

Markenrechtsverletzung durch Google Ads

Brand Bidding – im Sog fremder Marken

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Category: Magazin, Marken, Markenrecht, Trends

Rheinlaender

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Querkopf, manchmal Spassvogel, weder mit abstrusen Ideologien noch mit Mainstream Medien kompatibel.

Comments (3)

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  1. Avatar Martinek sagt:

    Ihren Zorn kann ich gut nachvollziehen. Google pflastert die Ergebnisseiten mit Werbung zu wie noch nie. Bei Ihnen ist es besonders schlimm, die Anreisser sind mit Ihrer Websitemarke zum Verwechseln ähnlich. Aber trösten Sie sich, die flachen Textanzeigen der superbillig Testsieger interessieren mich nicht 😉

  2. Avatar Antje Huber sagt:

    Google ist ein Internet-Imperium und profitiert von pausenloser Presse-Werbung, davon können kleine Internetportale nur träumen und Blogger erst recht. Was Google mit kleinen Marken macht und sie aus Profitgier für Werbung an andere Firmen freigibt, empfinde ich als masslose Dummheit. Ich glaube nicht, dass die Verwerter sich damit auf Dauer einen Gefallen tun. Du gehörst wahrscheinlich zu einer verschwindend gerinegn Minderheit, die dieser BUDE wie Du so schön sagst, Paroli bietet. Schade, das bisher zuwenige den Mut haben dieser totalen Abhängigkeit Adieu zu sagen und ein eigenes Netzwerk aufzubauen. Um mich dem Vorposter anzuschliessen, die Google Werbung gefällt mir auch nicht 😉

    LG, Antje

  3. Avatar Brian C sagt:

    This is remarkable, Google USA loses market share much more than in Europe. Brand Infringement ist kein Kavalierdelikt und Companies die machen so was ruinieren sich selbst am ende. Take your chance and try something different and better.