Photo Product Trends: Art goes Electronic

Februar 20, 2020 | By

Das aktuelle Trendbarometer zeichnet einen desaströsen Abwärtstrend deutscher Politik und der #Blockparteien ab, der Vertrauensverlust in vereidigte Mandatsträger hat derzeit eine Dimension erreicht, die den aktuellen Unmut und Zorn in weiten Teilen der Bundesbürger wiederspiegelt. Was das aktuelle Trendbarometer in der Fotoindustrie anbelangt, da sind Verwerfungen bezüglich der Marktentwickung in einem stark umkämpften Massenmarkt mittlerweile deutlich absehbar. Dennoch scheint die konstruktive Auseinandersetzung mit einer bevorstehenden Marktkonsolidierung für Vertreter der Fotoindustrie aktuell noch ein Tabu-Thema zu sein. Für Kurskorrekturen ist ein ungeschönter, objektiver Blick auf die Fotobranche nicht nur notwendig geworden, sondern auch eine Hilfestellung für zukünftige Geschäftsmodelle im Fotobusiness. Ein Wechselspiel von Risiken und Chancen, hier eine kurze Zusammenfassung:

Nicht nur der Hardware Markt um Digitalkameras stagniert, auch gängige Fotoprints, insbesondere grossformatige Abzüge sind stark rückläufig. Der teils enorme Verlust an Marktanteilen ist auf Produktbeliebigkeiten bzw fehlende Innovationen zurückzuführen. Selbst im hohen Preissegment ist der Markt mit Alu Dibond und Acryl mittlerweile signifikant übersättigt. Dazu kommt, dass in vielen Wohnungen der Platz für Foto Abzüge in xxl einfach nicht (mehr) vorhanden ist. Was derzeit noch gut nachgefragt wird, sind Fotobücher in verschiedenen Ausführungen mit Druckverfahren für mehr Look and Feels, was speziell der Haptik zugute kommen soll.

Von einer handfesten Krise gehe selbst ich noch nicht aus, sondern eher von Umbruchzeiten, die auch die Fotobranche aufwirbelt und hier und da ihren Tribut fordert. “Digitalisierung” soll zusätzliche Kaufanreize schaffen, ist aber mittlerweile ein breitgetretener Marketingbegriff und versucht allgemeine Marktsättigungen zu kaschieren. Ob künstliche Intelligenz in Kameras und Software Editionen die Kreativität von Fotografen und Bildbearbeitern tatsächlich beflügelt, wage ich allerdings zu bezweifeln. Manchmal sind bisher unbeachtete Nischen die tatsächlichen Wachstumsmotoren.

Digital Signage erweitert das kreative Spektrum der Kunstfotografie, daraus resultiert ein Zukunftsmarkt, der auch speziell in der Aussenwerbung für mehr Inpacts sorgt wird.

Im Handel fristen Digitalbildrahmen bisher noch ein Schattendasein, obwohl die Abbildungsleistung des ein oder anderen, modernen elektronischen Fotorahmens durchaus ein Niveau erreicht hat, der sich nicht mehr vor Abzügen der gängigen Fotolabore verstecken muss. Qualitative LED-Displays sind mittlerweile so ausgereift, dass Farbstiche schlechtenfalls bei schadhaften Modellen vorkommen. Interessant ist auch die Tatsache, dass gute Digitalbildrahmen mit deutlich geringeren Pixel Auflösungen zurechtkommen, ohne mit verpixelten Wiedergaben von Fotoshows sowie Einzelbildern den Spass an elektronischer Galeriepräsentation zu verderben.

Das Digitalbildrahmen Segment offenbart beachtliche Marktreserven, bei nachfolgenden Produkt Serien kämen komfortable Auflösungen von 1600×1200 Pixel durchaus Kundenwünschen entgegen, die Fotokunst und Multimedia auf grösseren Displays präsentieren möchten und zudem einen  geringeren Stromverbrauch im Vergleich zum 4K Monitor zu schätzen wissen. Ab 12 Zoll Bildschirmdiagonale kommt der elektronische Galerist selbst in grossen Räumen sehr gut zur Geltung. Ausserdem wäre mit Neuauflagen der digitalen Fotorahmen der kabellose Betrieb mit leistungsstarken Akkus wünschenswert, gerade im Hinblick von Stromquellen, die am Standort oder dem Ort der Befestigung an der Wand nicht vorhanden sind. Sicherlich ergibt sich beim Multimedia Einsatz von Digitalbildrahmen ein weiterer Bonus für die bildende Kunst, nämlich wo die Grenzen zwischen Fotografie und Videografie verwischen.

Reliefartige Prints mittels UV-Lack Prägungen sind in den letzten Jahren salonfähig geworden und speziell bei Veredelungen im Kartensegment wie das von Visitenkarten zu finden. Bei moderaten Preisen im Digitaldruck sind durchaus wachsende Marktanteile zu erwarten. Zum reliefartigen Digitaldruck gesellt sich mittlerweile auch der 3D-Druck, mittels derer plastische, reliefartige Objekte  von Bäumen, Wänden, Steinmauern etc. auf Fotokulissen aufgedruckt werden, was mancher herkömmlichen Landschaftsfotografie das gewisse Etwas verleiht. Die kreativen Möglichkeiten finde ich auch deshalb so spannend weil es zum geplanten Szenorama Thema passt.

Harte Zeiten kündigen sich ebenfalls bei Megapixel Boliden an, die mit teils astronomischen Auflösungen weiter munter um die Gunst von Fotoprofis buhlen. Eine Rückbesinnung auf tatsächliche Bedürfnisse ist dringend angezeigt. In Anbetracht der weltweiten Zunahme elektronischer Medien machen Schlachtschiffe mit mehr als 20 Megapixel keinen Sinn mehr. Blogger sowie Redakteure diverser Online-Nachrichtenmagazine könnten sich auch für eine neue Kamerageneration von 6 bis maximal 12 Megapixel erwärmen, die mit rasanten Serienbildfunktionen sowie nahezu rauschfreien Bildern selbst bei schummrigen Lichtverhältnissen ohne Blitzzuschaltung gegenüber gängigen Pixelprotzen punkten. Die Losung heisst hier: weniger Megapixel, dafür Sensoren ab ein Zoll, wo farbiges Pixelrauschen in dunklen Bildzonen selbst bei hohen Lichtempfindlichkeiten zumindest bis ISO 1600 nicht mehr vorkommt.

Weil elektronisches Publizieren und Präsentieren nach und nach dem klassischen Printsektor Marktanteile abringt, bringe ich den durchaus interessanten Nischenmarkt der sogenannten Photo-Gadgets ergänzend zu Smartphone und Tablet in die Runde. Eine durchaus interessante Entwicklung, die ich hier allerdings nur kurz anreissen möchte: Elektronische Visitenkarten, die in Verbindung mit mobilen Endgeräten und womöglich auch mit Desktop PCs interagieren, um beworbene Website Domänen aufzurufen, Handbeamer mit gestochen scharfen Bildern für spontane, spannende Slideshows an idealerweise hellen Gebäuden und evtl leeren Plakatwänden sowie elektronische Medienzeitschriften mittels E-Paper Technologie, mit denen Bildgalerien alternativ zu Fotobüchern komfortabel durchstöbert werden können.

Die Zukunft der Fotografie bleibt spannend, sofern man bereit und mutig genug ist, abgetrampelte Pfade der Massenmärkte zu verlassen. Als Blogger bin ich stets offen für Neues sowie wertschöpfender Innovation, die der Inspiration, Kreativität und Produktivität für Bildermacher förderlich ist. Wer mich anschreiben möchte, um Nischenprodukte und diesbezügliche Dienstleistungen in Form von Trendreports zu veröffentlichen, ist hier an der richtigen Adresse. Jedenfalls beisse ich nicht, evtl nur bei Anfragen, die Backlink-Spam für ominöse Ebooks zweifelsfrei identifizieren;-)

Digitalbildrahmen im quadratischen Format

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Category: Magazin, Signages, Trends

Rheinlaender

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Querkopf, manchmal Spassvogel, weder mit abstrusen Ideologien noch mit Mainstream Medien kompatibel.

Comments (1)

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  1. Avatar Pete Sasser sagt:

    Mehr MP machen Digitalkameras nicht unbedingt besser, da gebe ich Ihnen vollkommen recht. Ich finde Einsteigercams mit 16 oder 20 MP unsinnig und rausgeworfenes Geld. Für die Available Fotografie, so wie Sie sich das wünschen muss man heute 1000 Euro und mehr hinblättern um rauschfreie Bilder aus der Hand zu schiessen. Die Mid-Price Class minimiert Pixelrauschen mit Rauschfilter zwar effektiv allerdings mit deutlichen Verlusten der Detailzeichnung. außerdem mit Pastelleffekten, was nich jedem gefällt.

    Ich schließe mich Ihrer Empfehlung an die Kameraindustrie hundertprozentig an: Warum sparen die hersteller in der preiswerten Kompaktklasse ab 250 Euro am Sensorchip? Auf einem großen chip mit 8 MP ist die Signalverarbeitung nicht nur schneller als bei den 20 MP Modellen, die Hauptursache für grottiges Pixelrauschen sind zu kleine Chips auf denen die Bildpunkte Platz haben. Je größer der Chip und weniger MP umso größer die Bildpunkte und somit besser die Bildqualität auch bei schlechten Umgebungslicht!!!